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Finanzielle Zufriedenheit

Erschienen als Gastbeitrag von Rebecca Paul im Beileger „Finanzen“ von „netzwerk südbaden“.

Es ist schon faszinierend. Noch immer ist Geld ein Thema, über das man nicht so gerne spricht – über das man aber am liebsten möglichst viel wissen möchte. Wir mögen uns vielleicht betont gelassen geben, wenn es um Geld geht, doch selten fühlen wir uns wirklich erfüllt und glücklich dabei. Manchmal wünschen wir uns Veränderungen, was unsere finanzielle Situation betrifft, doch auch darüber sprechen wir nur selten offen. In der Geschäftswelt betonen wir zwar „Win-Win-Win-Lösungen“, weil wir wissen, dass es allen zugutekommt, wenn Unternehmen, Mitarbeiter und Kunden erfolgreich sind – auch finanziell. Im Privatleben sprechen wir von finanzieller Sicherheit, Unabhängigkeit und Freiheit. Doch was bedeuten diese Begriffe konkret? Und wer definiert, was für uns gut ist?

„Lassen Sie uns das Thema Geld enttabuisieren, die Schwere und Scham entfernen und stattdessen Freude und Leichtigkeit hinzufügen.“

 

Vielleicht ist es ja etwas ganz anderes – vielleicht ist eine finanzielle Zufriedenheit das, worüber wir wirklich sprechen sollten. Beruflich wie privat. Machen wir das doch! Lassen Sie uns darüber reden! Lassen Sie uns das Thema Geld enttabuisieren, die Schwere und Scham entfernen und stattdessen Freude und Leichtigkeit hinzufügen. Wir können Geld als positive Energie ansehen und verstehen, dass es zunächst einmal ein von Menschen geschaffenes Werkzeug ist, das den Austausch von Waren und Dienstleistungen erleichtert. Ganz praktisch und pragmatisch. Und gehen wir dann einen Schritt weiter und betrachten das Ganze aus drei unterschiedlichen Perspektiven.

Da wäre zunächst einmal die mentale Perspektive und damit verbunden unsere Glaubenssätze über das Medium Geld. Diese stammen oft aus unserer Kindheit und unserem sozialen Umfeld. Sie beeinflussen unsere Wahrnehmung und unser Verhalten gegenüber Geld, bewusst oder unbewusst. Wir lernen von klein auf, welche Bedeutung Geld hat. Sind das positive, unterstützende Glaubenssätze? Wunderbar! Sind es dagegen einschränkende Glaubenssätze, können sie unser Verhältnis zum Geld belasten. Wir können uns damit auseinandersetzen und uns beispielsweise fragen: Welche Gedanken und Überzeugungen über Geld haben wir von unseren Eltern, Großeltern, Lehrern und Freunden „Lassen Sie uns das Thema Geld enttabuisieren, die Schwere und Scham entfernen und stattdessen Freude und Leichtigkeit hinzufügen.“ übernommen? Wie denken wir über Geld? Ist es etwas, das schwer zu verdienen ist, oder sehen wir es als eine Energie, die fließen und wachsen will? Unser sogenanntes Money-Mindset beeinflusst unser Verhalten und somit auch unsere finanziellen Ergebnisse. Wenn wir nach anderen Ergebnissen streben, müssen wir unsere Denkmuster ändern. Natürlich geht das nicht einfach von heute auf morgen, aber wie wäre Folgendes: Wir wissen, dass praktisch alles einen Preis hat – aber nicht alles hat auch einen Wert. Ob Dinge einen Wert für uns haben, ist ein sehr subjektives, persönliches Empfinden. Bezahlen wir den Preis für eine Sache oder eine Dienstleistung, dann geben wir faktisch Geld aus – auf der mentalen Ebene aber zollen wir unserem Gegenüber Wertschätzung. Was für ein schöner Gedanke. Und ein völlig anderes Mindset.

Nehmen wir die zweite Komponente dazu: die emotionale. Unsere Gefühle spielen eine entscheidende Rolle in unserer Beziehung zum lieben Geld und Menschen verbinden die unterschiedlichsten Emotionen damit. Bei manchen dominieren Angst, Scham, Neid oder Ungerechtigkeit. Diese negativen Emotionen blockieren nicht nur unseren Geldfluss, sondern beeinflussen auch unser allgemeines Wohlbefinden. Es ist wichtig, unsere emotionale Einstellung zu Geld zu überdenken, wenn wir Leichtigkeit, Freude und Fülle möchten. Statt beispielsweise Angst vor Rechnungen zu haben, könnten wir sie als Anerkennung für erhaltene Leistungen ansehen und Dankbarkeit empfinden.

„Statt Angst vor Rechnung zu haben, könnten wir sie als Anerkennung für erhaltene Leistungen ansehen und Dankbarkeit empfinden.“

 

Hier hat jemand etwas für uns getan. Dafür bezahlen wir und sind dankbar. Diese emotionale Verschiebung fühlt sich so viel besser an und kann ergänzend zu unserer Gedankenwelt unser Verhältnis zu Geld positiv beeinflussen. Natürlich geht auch das nicht per Fingerschnippen. Und natürlich ist nicht immer alles perfekt. Es gibt diese Zeiten, in denen es finanziell nicht gut läuft und die Angst vor der Zukunft uns überkommt. Doch anstatt uns von dieser Angst lähmen zu lassen, können wir mutig handeln. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern die aktuelle Situation anzuerkennen. Zu verstehen, warum sie so ist, wie ist, und dann entschlossen anzupacken. Damit sind wir bei Komponente drei: Die physische Perspektive. Und die ist entscheidend. Denn nur durch Handeln können wir tatsächliche Veränderungen bewirken. Wir sind die aktiven Gestalter unseres Lebens und unserer finanziellen Lage. 

„Unser sogenanntes Money-Mindset beeinflusst unser Verhalten und somit auch unsere finanziellen Ergebnisse.“

 

Ich fahre gelegentlich Kajak und habe mein Boot fast immer im Kofferraum, damit ich direkt zum Rhein fahren und starten kann. Der Rhein ist grundsätzlich ein relativ ruhiges Gewässer, aber wenn es viel geregnet hat, ist der Wasserstand hoch. Dann kann da schon Geschwindigkeit aufkommen. Oder auch, wenn es hie und da eine Engstelle gibt. Jetzt kann ich mich natürlich treiben lassen und hoffen, dass ich nicht umkippe. Damit überlasse ich meine Fahrt aber dem Fluss und das ist definitiv nichts für mich. Wenn ich dagegen bewusst paddle und selbst Gas gebe, dann steuere ich die Fahrt. Das gibt mir nicht immer die Garantie, dass alles so läuft, wie ich es gern hätte. Aber ich schaffe damit die Grundvoraussetzung. Aktiv. Und meistens läuft es dann auch richtig gut. Im Leben ist das genauso. Ähnlich wie beim Paddeln im Kajak können wir unseren Kurs steuern und den Geldfluss aktiv gestalten.

Finanzielle Zufriedenheit ist ein erreichbares Ziel. Je mehr wir unsere Gedanken, Emotionen und Handlungen positiv ausrichten, desto eher erreichen wir es. Und es ist ein wunderbares Gefühl, finanziell zufrieden zu sein – wie eine warme Tasse Tee an einem grauen Herbsttag.

Den gesamten Beileger „Finanzen“ können Sie hier herunterladen:

https://www.netzwerk-suedbaden.de/themenbeileger/

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